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Bockmattli
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Historie vom Bockmattli
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Die Erschließung des Bockmattlis begann mit den Erstbesteigungen der eigentlichen Türme. Am 26.6.1921 standen Paul Stählin und Josef Schnyder aus Lachen (SZ) als erste auf dem Grossen Bockmattliturm. Der Kleine Bockmattliturm wurde 1923 durch die beiden Kraftwerktechniker Walter Petzold und Ludwig Pirsch über das Westgrätli erstbestiegen. Erwähnenswert ist die Begehung des Schiberg Nordgrates (Brenna-Route) durch Karl Brenna im Jahr 1915.

Ab Mitte der vierziger Jahre wurden in rascher Folge die klassischen Linien über Kanten und durch die Nordwände begangen. Die erste Route durch die höchste Wand des Gebietes, der Nordwand des Grossen Turms, gelang C.Hauser , J.Kost und J.Krebser am 28./29.6.1947 mit der "Alten Nordwand". Die "Direkte Nordwand", ein Extrem-Klassiker am gleichen Turm, wurde 1956 durch Peter Diener, Dachdecker vom neuen Dach der Kletterhütte Bockmattli, und M.Niedermann eröffnet. Ein weiterer Klassiker des Gebietes, die "Namenlose Kante", wurde 1947 durch C.Hauser und J.Krebser erstbegangen. Die Erschließung setzte sich in der fünfziger und sechziger Jahren fort. Herausragend ist hier die Erstbegehung der "Nordwestwand" am Grossen Turm durch W.Fleischmann und K.Grüter (1959), ein für die damalige Zeit sehr freier und spärlicher gesicherter Weg.

Mit größerem Einsatz von technischen Hilfsmitteln gelangen Routen wie der "Einsiedlerweg" (E.Andreas und O.Kälin 1968)oder die "Ostturm Nordwand" (A.Kälin und A.Steiner 1969).

Gegen Ende der siebziger Jahre brachten junge Zürcher, allen voran Martin Scheel, das moderne Sportklettern ins Bockmattli. Bis zu einem gewissen Grad wurde der  neue Stil hier auch mitentwickelt. Am oberen Ende der damaligen Schwierigkeitsskala befanden sich die "Direkte Nordwand" am Grossen Turm, freigeklettert 6+ und die "Superlative" am Föhrenturm (M.Scheel und R.Bärlocher 16.9.1979), die erstmals den unteren 7. Schwierigkeitsgrad berührte. Richtig in Bewegung kamen die Zürcher Kletterer im Sommer 1980: Es entstanden Freikletterrouten wie "Andromeda" (7) und "Gilgen-hau-ab" (7). Hervorragend in diesem Jahr waren Martin Scheels Erstbegehungen von "Himmelskante" (8-) und "Supertramp" (8-). In der "Himmelskante" wurde erstmals im Bockmattli Abseilenderweise ein Bohrhaken gesetzt - es gelang der Durchbruch zum 8.Grad. Martin Scheel war mit "Supertramp" seiner Zeit weit voraus : Durch wilde Runouts und konstante Schwierigkeit galt diese Route lange Zeit als eine der anspruchsvollsten alpinen Sportkletterei. Abschluss fand Martins Schells Erstbegehungstätigkeit 1983 mit der Route "Polyquirl" (8+).

Mitte der achtziger Jahre entdeckten Thomas Götz und Michael Wyser das Potential für Sportkletterrouten an der West- und Südseite des Kleinen Turms. Es entstand ein eigentlicher Klettergarten mit den ersten Routen im 9.Grad, dem "Koloss von Rhodos" und "Swinging Zombies". Thomas Götz gelang 1989 der Durchbruch zum 10. Grad mit seiner Rotpunktbegehung der "Rosskur". Noch ist die Erschließung des Bockmattlis nicht abgeschossen und das Potential an schönerem Fels nicht ausgeschöpft. Mit etwas Phantasie lassen sich immer noch wunderschöne Linien entdecken. Das zeigte uns die Erstbegehung von "Roter Winter" in der Nordwand des Kleinen Turms im Jahre 1991.

Heute koexistieren die verschiedenen Kletterstile im Bockmattli: Genusstouren, wie die "Namenlose Kante", werden häufig begangen, ebenso die Nordwandrouten am Grossen Turm, während nebenan die Sportkletternden die neusten Probleme einstudieren.